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Die Afrika-Tour - Seite 1 von 11

Die Planung (November 1989 - März 1990)

"Du bist verrückt", sagte ein Freund, als ich ihm von meinen Plänen erzählte, und schlug sich an den Kopf. Dieser Einschätzung schlossen sich viele aus meinem Bekanntenkreis an - nachdem ich mit meinen Absichten für die kommenden 12 Monate rausgerückt hatte: Eine Fahrt durch Afrika. Von Bad Soden bei Frankfurt nach Kapstadt. Mit dem Fahrrad. So ein Vorhaben ist natürlich kein spontaner Entschluss, sondern hatte sich bereits vor ein paar Jahren in meinem Kopf festgesetzt. Damals, noch Regie-Student in Hamburg und meiner Heimat Bad Soden mit gelegentlichen Besuchen bei meiner Mutter weiter verbunden, hatte ich die Vorstellung, irgendwann aus dem Berufsalltag auszusteigen und über einen längeren Zeitraum Erfahrungen in anderen Kontinenten zu sammeln. Dass sich das Fahrrad als Fortbewegungsmittel für diesen Zweck hervorragend eignet, steht für mich seit meiner Radtour nach Jugoslawien und Griechenland fest. Viel mehr als mit dem Auto lassen beim Reisen mit dem Rad Geschwindigkeit und Auftreten eine ganz unmittelbare Berührung mit Land und Leuten zu, fordern diese geradezu heraus. Da Afrika nicht Europa und eine Jahrestour kein Wochentrip ist, nahmen die Vorbereitungen über ein halbes Jahr in Anspruch. Impfungen, Visa, das Besorgen von Karten, Ausrüstung und Ersatzteilen fürs Rad - viel organisatorischer Aufwand. Und alles braucht länger, als man erwartet. Außerdem ist nicht jede Jahreszeit für den Beginn einer Afrikadurchquerung geeignet, deshalb habe ich den Start auf Anfang März gelegt: Dann geht es von Bad Soden hinunter bis Sizilien und mit dem Schiff weiter nach Tunis. Die Sahara lässt sich, gerade mit dem Rad, wegen der sonst unerträglichen Hitze nur im Winter und Frühjahr durchqueren. Auf der "Hoggar-Route" soll es durch Algerien, anschliessend durch Niger und Benin an die Küste und weiter durch Kamerun, Gabun, Kongo, Zaire um das bürgerkriegsgeschüttelte Angola herum nach Sambia, Zimbabwe und schliesslich ans Kap der neuen Hoffnung, nach Südafrika, gehen. Wechselnde Regenzeiten und unberechenbare Grenzen werden einige Zwangspausen unvermeidlich machen - Zeit genug also, um von März an etwa alle vier Wochen von meiner Reise durch den schwarzen Kontinent zu berichten.
Das Rad steht, fertig ausgerüstet und bepackt, in der Garage. Um die 15000 km liegen jetzt vor mir. Es kann losgehen...

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